Erfahrung mit IP68 Handy als Navi?

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Axel
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Erfahrung mit IP68 Handy als Navi?

Beitrag von Axel » 14.08.2019, 22:04

Hallo zusammen.
Ich habe kürzlich eine 2000 km Tour mit meinem Roller gemacht. Die Navigation per Handy lief super, lediglich bei (starkem) Regen hatte ich einigermaßen Bauchschmerzen ob alles dicht genug ist. Außerdem lässt das Display sich einfach am besten “nackt“ ohne jede Hülle ablesen.

Daher kam mir in den Sinn für diesen Zweck ein IP68 Handy zu kaufen. Die gibt es mittlerweile ja von verschiedensten Anbietern für gut unter 200€.
Im Zweifel ließe sich damit selbst ohne SIM Karte navigieren (ich denke konkret an eine “Zweithandy“-Lösung). In der Regel haben diese Teile ja auch einen recht starken Akku.
Aber wie ist es mit der Wasserfestigkeit wenn dann doch gleichzeitig geladen werden muss? Ich habe da nirgends brauchbare Infos gefunden.

Kann hier evtl. jemand bereits aus eigener Erfahrung mit einem solchen Ansatz berichten?
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Re: Erfahrung mit IP68 Handy als Navi?

Beitrag von iggi » 15.08.2019, 08:48

Hallo !
Die beste Lösung für die Navigation ist für mich immer noch ein Motorradnavi mit Intercom, also Lautsprecher im Helm. Das gibt einen auch Sicherheit, da man nicht ständig auf das Display schauen muss. Alles andere ist Behelf und auch gefährlich, da man abgelenkt wird. Dazu kommt, dass man bei hoch stehender Sonne kaum etwas auf dem Display sieht.
Warum also ein Handy für 200 Euro kaufen und versuchen damit zu navigieren, wenn es für etwas mehr Geld eine optimale sichere Lösung gibt. Häufig kann man auch für wenig Geld ein gebrauchtes Gerät im Kleinanzeigenmarkt erwerben.
___________________________
Viele Grüße aus dem Emsland :frieden:
Karl-Heinz (iggi)

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Re: Erfahrung mit IP68 Handy als Navi?

Beitrag von Petra-Kathi » 15.08.2019, 11:35

Ich bin schon nennenswerte Strecken mit einem als wasserfest deklarierten Samsung S5 mini in einer absolut nicht gegen Spritzwasser schützenden Lenkerhalterung gefahren und hatte, was die Wasserdichtigkeit anging, keine Probleme. Die Helligkeit hat allerdings in der Sonne (die gab's auf der Tour auch schon mal :lol: ) definitiv nicht ausgereicht. Deshalb habe ich mir gerade aktuell (für knapp über 100 EUR :haha: ) ein Samsung Xcover 4 angeschafft, das ähnliche bzw. eher bessere Outdoorqualitäten als das olle S5 mini, ein aktuelles Android 9 und deutlich mehr Licht haben sollte. Das war aber noch nicht im entsprechenden Einsatz, daher kein Kommentar dazu.

Die Ladebuchse ist durchaus kritisch. Nach einigen hundert Rappel-km wird die ausloddern. Das ist mir zumindest so passiert (wobei es bei mir um das konkrete Handy wegen anderer Defekte eh nicht schade war :P ) Hier wäre eine Aufrüstung auf drahtloses Qi-Laden zu überlegen. Zumindest tu' ich das gerade für mein neues Xcover. Wenn das infrage kommende Handy (wie bei mir) nicht selber schon Qi-fähig ist, würde eine entsprechende, auf die Rückwand des Handys geklebte dünne Ladematte wohl gehen, wobei zu beachten ist, dass der an der USB-Buchse einzustöpselnde, kleine Ladestecker frei hängt und nicht irgendwo gegenrappelt. Dessen Masse ist so gering, dass ich da kein Ausloddern der Buchse erwarte. Zumindest ist das der mittelfristige Plan bei mir. :wink:

Tschüssi,
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Re: Erfahrung mit IP68 Handy als Navi?

Beitrag von Udo » 15.08.2019, 12:49

Ich navigierte auch über das Handy.
Warum ein Navi kaufen, welches man öfter updaten muß ? Google Maps aktualisiert sich selber und ich bin auch immer super damit gefahren.
Und, die USB Buchse leierte auch nach mehreren Tausend Kilometern nie aus.
Bei stärkerem Regen wurde das Ladekabel abgenommen, der Verschluss zugemacht und schon war das Handy Wasserdicht.
So eine Halterung dafür habe ich selber gemacht, wo das Handy nie rausfallen konnte. Auch nicht bei meinem schweren Unfall :roll:
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Re: Erfahrung mit IP68 Handy als Navi?

Beitrag von VinBlue » 16.08.2019, 05:41

Moin, am Lenker oder im Armaturensichtfeld wird nichts Fremdes was mich von fahren ablenkt angebaut, meine Navigation läuft bei mir übers Handy was ich in meiner Jacken Brusttasche habe und mit einem Knopf im Ohr Klappt es bestens. Telefonanrufe werden auch automatisch angenommen. Fahre schon seit Jahren so.
Ciao

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Re: Erfahrung mit IP68 Handy als Navi?

Beitrag von Axel » 16.08.2019, 10:12

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen, bzw. das teilen Eurer Erfahrungen.

Mit meinem derzeit einzigen Handy hatte ich ("unverpackt") bzgl. Display-Helligkeit so gar keine Schwierigkeiten. Auch nicht bei vollem Sonnenschein. Das mag bei "extremen" Lichteinfallwinkeln auch einmal anders sein - aber damit sollte ich dann umgehen können.

Tatsächlich wäre auch mir die Option der Sprachanweisungen am Liebsten - allerdings nur in Kombination mit der Möglichkeit das Display spontan einsehen zu können. Damit habe ich auch aus früheren Jahren mit einem "richtigen Navi" durchaus etwas Erfahrung und erinnere mich, dass die Sprachanweisungen allein nicht immer so ganz dolle ist.
So oder so, die Tour letzte Woche hatte ich sehr spontan gemacht und einfach kurzfristig kein System für Helmkopfhörer bekommen. Das wird sich also ändern.

Auf jeden Fall scheint es, dass "Outdoor"-taugliche Smartphones im Regen tatsächlich erstmal kein Problem machen. Das ist gut zu hören - auch wenn es irgendwie zu erwarten war :-)
Was das Thema "laden während der Fahrt (und ggf.im Regen)" angeht, werde ich erst einmal sehen wie lange so ein Akku dann hält.
Bei meinem derzeitigen Gerät mit etwas über 3000mAh Akku und fullHD Display ging das inklusive Navigation (aber ohne Bluetooth) schon gute 4 Stunden ohne Probleme. Insofern - und vor allem wenn das Gerät ausschließlich zur Navigation dient - könnte eine Akkuladung für eine Tagesetappe auch ohne nachladen ausreichen.
Wenn ich da mal Erfahrung gesammelt habe, werde ich sie nachreichen.
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Re: Erfahrung mit IP68 Handy als Navi?

Beitrag von onliner » 17.09.2019, 19:31

VinBlue hat geschrieben:
16.08.2019, 05:41
meine Navigation läuft bei mir übers Handy was ich in meiner Jacken Brusttasche habe und mit einem Knopf im Ohr Klappt es bestens.
Genau so praktiziere ich es auch, mit dem richtigen Netz kommen die Anweisungen auch zielgerecht.

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Re: Erfahrung mit IP68 Handy als Navi?

Beitrag von speedy57 » 22.09.2019, 18:09

Hallo in die Runde der Interessierten,

ich habe jetzt auch ein paar Erfahrungen, die ich hier beisteuern möchte.
Seit Jahren bin ich mit einem Tomtom Go 730 unterwegs. Für das Teil gibt es sogar eine Motorradhalterung, die ich mit Ram-Mount-Zubehör befestigt habe. Das Teil ist ein Autonavi, das vor etwa 10 Jahren auf den Markt gekommen ist. Es hat immer gute Dienste geleistet, wenn auch die Displaybeleuchtung heller hätte sein können. Touren habe ich am PC geplant und dann in das Navi importiert. Für die Software und auch die Karten gab es immer Updates. Dann kam der 6. April 2019 mit der Umstellung der Wochennummer. Seit dem läuft die Aktualisierung (GPSQuickFix) ziemlich hakelig. Also sollte eine andere Lösung her.

Mich hat immer geärgert, dass die "richtigen" Motorradnavis der Platzhirsche Tomtom und Garmin so teuer sind. Ein vernünftiges Autonavi bekomme ich schon für etwa 120€ und für die Moppedversion soll ich 400€ (im Angebot auch schon mal 350€) hinlegen?
Ich habe die Navigation mit meinem normalen Handy ausprobiert. Und das lief schon mal ganz gut. Die Helligkeit liess voll hochgedreht keine Wünsche offen, Navi-Apps gibt es reichlich. Das Problem war die Wetterfestigkeit.

Meine Lösung sieht so aus:

- Ich habe mir eine X-Grip-Halterung von TurnRaise beschafft, ähnlich der von Ram-Mount. Im Sockel ist eine USB-Steckdose und ein Schalter integriert. Im Lieferumfang ist auch Befestigungsmaterial für die Montage an der Lenkerstange und eine für die Montage unter dem Spiegelgewinde enthalten. Das sieht alles aus wie Ram-Mount, ist es aber nicht. Preis etwa 21€.

- In der Halterungs steckt ein Outdoor-Handy, ein Doogee S40. Das Display ist 5,5" groß, 3 GB RAM, 32 GB ROM, der Akku hat 4650 mAh, die Schutzklasse ist IP68. Es ist staubdicht, stoßfest und wasserdicht (gegen dauerndes Untertauchen). Preis etwa 110€. In einem direkten Vergleich der technischen Werte schneidet das Tomtom Rider 550 in keinem Punkt besser, in einigen sogar schlechter ab.

Ich habe das Ganze mal getestet. Die Halterung hält das Gerät bombenfest, komme was da wolle. Eine mitgelieferte Gummimanschette als zusätzliche Sicherung ist nicht nötig. Der Akku sollte geschätzt etwa sieben Stunden bei voller Helligkeit und eingeschaltetem Bluetooth halten. Deshalb habe ich bisher auch noch nicht die USB-Steckdose im Sockel angeschlossen und getestet. Kommt aber noch.

Als Navi-Software kann sich jeder nach Belieben eine passende App aussuchen. Ich habe 'Here We Go' drauf. Für eine Navigation von A nach B reicht es. Demnächst werde ich aber 'Tomtom Go Mobil' installieren. Dann habe ich auch wieder die Warnung vor Stau, Baustellen und Gefahrstellen (Blitzer) und kann mir wieder Touren zusammenstellen, wie ich es bisher auch gemacht habe. Tomtom will eine Jahresgebühr von knapp 20€ haben. Das, finde ich, ist ein fairer Preis. Da muss man nicht irgendwie rumtricksen.

Jetzt ist es doch etwas ausführlicher geworden. Jedem, der bis hier gelesen hat, danke ich für das Interesse und die Geduld.

LG speedy57
Früher gab es Sex, Drugs and Rock'n'Roll. Heute haben wir Frauenquote, Rauchverbot und Laktose-Intoleranz.

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Re: Erfahrung mit IP68 Handy als Navi?

Beitrag von KDO » 22.09.2019, 18:30

Bin seit einem Jahr mit Tom Tom Vio zufrieden. Ist zwar kein Luxus aber für knapp 100€ für mich vollkommen ausreichend.
Gruß Karl
Wenn man rechts dreht, wird die Landschaft schneller.

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