Große Tour mit kleinem Hubraum

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Oliver2
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Große Tour mit kleinem Hubraum

Beitrag von Oliver2 » 04.04.2018, 07:41

Manche machen mit ihren 500ccm(+X) Rollern Touren bis ans Mittelmeer. Wie ist das mit 125/250/300ccm Motoren. Also Berge/Täler und viel Autobahn bei Hin-/Rückfahrt. Packen die "kleinen" das auch (1Woche mit ~3-3500km), oder sollte man das eher lassen?
Gruß Oliver

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Otello 2010
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Re: Große Tour mit kleinem Hubraum

Beitrag von Otello 2010 » 04.04.2018, 08:28

Klar packen die Kleinen das auch.
Ich kenne jemanden, der hat mit seiner 125er einen schönen Ausflug ans Nordkap in Norwegen gemacht. ~6500 km in knapp 3 Wochen. Hin durch Finnland und zurück durch Norwegen an der Küste entlang.
GrußBild
Hermann

Ich danke allen, die zur Sache nichts zu sagen hatten und trotzdem geschwiegen haben.
Ich wäre lieber REICH als SEXY - aber was soll man machen?

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speedy1961
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Re: Große Tour mit kleinem Hubraum

Beitrag von speedy1961 » 04.04.2018, 08:35

Nach meiner Erfahrung ist das ab 250iger kein Problem. Autobahn ist nicht optimal, geht aber auch. Am besten man hat ein leistungsfähiges Motorrad mit im Team, der kann dann die Roller nach hinten "abblocken" und so ein gefahrloses und stressfreies Überholen mit den Rollern absichern. Bei uns ging das super und unserem Motorradkollegen hat es sogar Spaß gemacht, auf uns "aufzupassen". Ansonsten 'ne schöne 110-120kmh auf der Bahn sind kein Problem. Landstraßen sind sowieso kein Problem. Man muss ja nicht jeden LKW überholen, der Weg ist das Ziel :)
Mit meinem 300er habe ich noch keine Erfahrungen, sehe aber auch keine Probleme sondern natürlich einen Vorteil gegenüber dem 250iger.
Mit einem 125iger habe ich keine Erfahrungen aber warum sollte das nicht auch gehen. Man braucht möglicher Weise nur etwas mehr Geduld und Zeit (Berge, Überholvorgänge etc.). Autobahn würde ich soweit möglich vermeiden, weil man mit Gepäck etc. im Bergland sogar für LKW ein Hindernis darstellen kann und das könnte brenzlich werden. Zumindest fühlt man sich dann nicht wirklich wohl. Solche Situationen hatte ich sogar mit meinem 250iger als wir zu zweit mit Gepäck unterwegs waren.
Viele Grüße, Heiko
Das Zweirad-Leben beginnt meist mit Roller fahren - Ist nicht die schlechteste Variante, wenn es mit Roller fahren endet :wink: :) :bindannweg:

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Oliver2
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Re: Große Tour mit kleinem Hubraum

Beitrag von Oliver2 » 04.04.2018, 11:05

Wegen der Geschwindigkeit hätte ich keine Bedenken. Aber der "kleine" Motor mal 2 Stunden Autobahn am Stück mit 6500-7500Umdreh., oder auf den Alpenpass mit Vollgas. (a bisl Spass muss ja auch sein) Als "Rollerneuling" kann ich nicht einschätzen wie das der Motor (mit Kühlung) und die Variomatik (Kraftübertragung) ab kann (Verschleiß).
Gruß Oliver

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Re: Große Tour mit kleinem Hubraum

Beitrag von Udo » 04.04.2018, 12:21

Da gibt es keine Probleme.
Ich bin mit meiner 125er von Ostfriesland nach Hannover, Autozug nach Freiburg, runter in die Schweiz, rüber nach Österreich, durch Oberbayern nach Sachsen und durch das Sauerland wieder nachhause.
Hat zwar etwas länger gedauert, bin nur Landstraßen gefahren und die Alpen mit 60 Km/H hoch, aber war schon echt geil .
Jeden Tag so um die 400 Km abgerissen und keine Probleme mit dem Roller gehabt.
Ist eine Erfahrung wert gewesen.
Die Menschheit hat 4 große Fehler:
Neid
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und Religion :schimpfen:

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Re: Große Tour mit kleinem Hubraum

Beitrag von ts1 » 01.05.2018, 17:34

Mit einem 125er Chinaroller und einem koreanischen 125er Motorrad bin ich jeweils einen iron butt (1000 Meilen in höchstens 24 Stunden) gefahren.
Wenn zweit- oder drittklassige Technologie das aushält, sollte es bei Honda & Co auch keine Probleme geben.
MfG
Thomas

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Re: Große Tour mit kleinem Hubraum

Beitrag von macdet » 28.05.2018, 21:55

Aus eigener Erfahrung ist das kein Problem mit einem 125er auch große Strecken zu fahren. Damals bin ich mit meinem Daelim Otello die 450 km von Bockhorn nach Mannheim "gebrettert" und dann über Koblenz mit einer Zwischenpanne (Kerzenstecker defekt) zurück. Ständig Dauervollgas konnte der ab.
Heute wäre das ebenso mit einem Honda Nullo Problemo. Im Gegenteil: man weiss, dass man auch ankommt. Auf jeden Fall ist das mehr Abenteuer als sich auf den 600er zusetzen, wie im Auto zu fahren und einfach immer schnell anzukommen. Viel Abenteuer ist das nicht mehr.
Gruß

MacDet


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Re: Große Tour mit kleinem Hubraum

Beitrag von bikerjürgen » 27.01.2019, 14:54

Ja dass ist überhaupt kein Problem wenn auch in der Gruppe die Geschwindigkeit normal ist. Mit meinem Satellit 125er bin
ich viele Pässe auch zusammen mit Motorradfahrer gefahren. Natürlich ab 2000er Berge wünscht man sich doch etwas mehr PS
unter der Haube, aber ankommen tut man auch. Viele Motorradfahrer fahren so schnell, dass sie von der schönen Landschaft nicht viel
mitbekommen. Ich fahre deshalb gerne Roller um die Landschaft zu genießen. :P

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Oliver2
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Re: Große Tour mit kleinem Hubraum

Beitrag von Oliver2 » 06.08.2019, 12:59

Also ich bin jetzt selber mal ein verlängertes Wochenende auf "großerTour" gewesen. Nach Villach in Österreich, 2 kleinere Rundfahrten, und wieder zurück. Gesamt 1900km. Mein persönliches Fazit. Eine "Große Tour mit kleinem Hubraum" ist machbar, aber sehr unbequem.

Meine persönlichen Pro und Kontra:
pro
-klein leicht und damit flexibel im dichten (Innenstadt-)Verkehr
-viel Stauraum unterm Sitz, zzgl. 39Li. im Topcase
-Spritsparend < 3Li/100km auf Landstraßen (auch im Gebirge)
-guter Wetterschutz
-Motor/Getriebe alles gut. Keine Probleme wie ganz am Anfang befürchtet :D

negativ
-zu wenig Leistung. Ab und an braucht man halt doch 35PS und mehr, statt der 28PS.
-die kleinen Reifendurchmesser sind auf schlechten Straßen fast Selbstmord. Erst recht wenn in Kurven auch noch Bodenwellen, Rinnen oder Schläglöcher sind. (In Österreich wurden auch mehrmals drei Kanaldeckel nebeneinander gesetzt. Bei Regen da mit einem Zweirad anzukommen .... :oops: )
-kein Geschwindigkeitsregler. (sehr) Lange Tempo 30/50/70/80 Zonen, sind ohne Tempomat eine Qual. Zu mal immer mehr Blitzer und Verkehrpolizei auf einen warten.
-der Sitz und die Körperhaltung sind auf Langstrecke ebenso unbequem wie auf einem Supersportler. Was mich doch sehr enttäuscht hat, den ich hatte etwas anderes erwartet. (bin 191cm groß)
-die Federung sollte elektronisch verstellbar sein, um sie während dem Fahren den Gegebenheiten anzupassen.

D.h. für mich abschließend;
Ein Roller für die große Tour hat genug Leistung (im Verhältnis zum Gewicht), eine Geschwindigkeitsregelung (Tempomat) und vorne zwei Räder (z.B. Piaggio und Yamaha).

Mein X-MAX300 bleibt daher was er auch sein soll, ein perfekter Roller zum Pendeln zwischen Wohnort und Arbeitsplatz/Badesee/Einkaufen. Zum Tourenfahren wird das Motorrad benutzt, oder ein "richtiger" Großroller angeschafft :wink:

Noch ein paar Bilder (nicht besonders gut, weil ich sie mit meinem "alten" Handy gemacht habe)
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Gruß Oliver

Stani
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Re: Große Tour mit kleinem Hubraum

Beitrag von Stani » 10.03.2020, 11:56

Moin,
ich habe den Daelim 125 voll bepackt, sowohl Hamburg - München über NRW, Saarland, Schwarzwald und zurück über den Osten Deutschlands (ca.3500km fast nur Landes- und Kreisstraßen)
als auch Hamburg Skandinavien (Narvik) über Landstraßen in Schweden (Kiruna) hin und Norwegen/Schweden wieder runter zurück gefahren (ca. 8000km).
Sowie div. kleinere Touren von 400-800km

Oder anderes ausgedrückt 20.000 km in 2 Jahren. Es geht und man ist definitiv der am schwächsten motorisierte Tourer auf den Strecken ;-)
sowie Fotoobjekt.

Flache Strecken sind gemütlich und problemlos - heikel wird es nur an Steigungen spez. in Norwegen. Es gibt nur wenige Straßen dort oben im Norden und man tuckert an Steigungen gern mit 45km/h bei Vollgas dahin. Das ist heikel, zumal die Straßen nicht wirklich breit und übersichtlich sind (spez. bei Steigungen in Tunneln) und wirklich jeder versucht dich zu überholen (Camper). Also ja, kein Problem, nur sollte man auf eher flachem Land fahren und am besten selbst Bundesstraßen meiden (kurviger.de sei dank) - bringt auch mehr Laune und man sieht was.

Meine Erfahrungen haben mich dann letztes Jahr zu dem Kauf eines xmax 300 veranlasst, der genug Kraft hat solche Situationen zu vermeiden.

Gruß, Stani

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Re: Große Tour mit kleinem Hubraum

Beitrag von ruezi » 13.03.2020, 11:05

Oliver2 hat geschrieben:
06.08.2019, 12:59

-der Sitz und die Körperhaltung sind auf Langstrecke ebenso unbequem wie auf einem Supersportler. Was mich doch sehr enttäuscht hat, den ich hatte etwas anderes erwartet. (bin 191cm groß)
-die Federung sollte elektronisch verstellbar sein, um sie während dem Fahren den Gegebenheiten anzupassen.

Ja die Sitzposition ist bei den Sofa orientierten Rollern auf Dauer nicht ergonomisch, weshalb ich mich für einen "Aufrechtsitzer", den Beverly 350 entschieden habe. Die Federung ist sowohl beim Beverly als auch beim SH300 einfach nur schlecht. Die Hersteller investieren hier einfach zu wenig. Eine Triebsatzschwinge ist nun mal schwerer abzustimmen als eine normale Schwinge.

Mit einer 125er würde ich nicht (mehr - bin früher mit einer 200er Vespa mit 12PS - also dasselbe sozusagen - durch halb Europa gefahren) auf große Reise gehen. Da ist man nur allzu oft in gefährlichen Situationen mit den LKW´s und auf der Autobahn sowieso verloren. Mit einem 300 Roller sieht die Welt schon völlig anders aus.

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