Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

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Küppi
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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Küppi » 28.01.2015, 17:35

macdet hat geschrieben:Die Nachteile wie:
* Beschleunigung von 80 auf 100 km/h
* Ölwechsel alle 3000 km (wie beim Spacy, auch keine Kosten für Ölfilter)


Beschleunigung von 80 auf 100 km/h ... - welche Beschleunigung? ;-)

Honda sieht bei der S-Wing offiziell laut Wartungsplan einen Ölwechsel alle 4.000 km vor (was auch schon etwas antik ist) oder einmal jährlich. So handhabe ich es aber auch immer. Ein Liter Motoröl im Jahr - kostenmäßig geschenkt, wenn's der Motorgesundheit dient.

Ansonsten sehe ich die Vorteilsaufstellung absolut haargenauso - bis ins Detail!

Gruß Küppi

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Küppi
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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Küppi » 28.01.2015, 17:41

Hallo zusammen,

zunächst wollte ich noch - wie angekündigt - über das kleine Malheur berichten, welches vor ungefähr einem Jahr - genauer gesagt, im Februar 2014 - mir und meiner S-Wing widerfahren ist. Das Thema ist vielleicht auch dahin gehend relevant, weil wir uns wieder in derselben Jahreszeit befinden.

Galileo hätte es vom mathematischen Standpunkt aus betrachtet wahrscheinlich folgendermaßen ausgedrückt: Die Karosserie meines Rollers und die Straßenoberfläche hatte mehr als einen Punkt gemeinsam. Soweit eingangs die nüchterne Beschreibung eines unerfreulichen Fahrerlebnisses.

Was war passiert? Zunächst die Ausgangssituation. Enge Rechtskurve auf einer drittklassigen Landstraße. Schlaglochübersäter, ausgefranster Straßenrand - wie mittlerweile in Deutschland vielerorts üblich. Recht kalter, aber trockener und sonniger Wintertag. Allerdings gab es zuvor bissigen Nachtfrost mit entsprechendem Raureifaufkommen. Was wiederum die Salzsteuer vom Dienst aktiv werden ließ. In schattigen Waldbereichen, wo die Sonne ihrer Wirkung nicht entfalten konnte, blieben dann etliche Flächen halb angetrockneter Salzlauge zurück. Diese tückischen Flächen hinterlassen oft eine fast schmierseifenähnliche Wirkung. Hinzu kommen bei mir noch die werksmäßig montierten ostasiatischen Pneus vom Fabrikat IRC (die hier kaum jemand kennt). Welche zwar optisch einen sportlichen Eindruck hinterlassen und bei Trockenheit auch durchaus rechtschaffen ihren Dienst absolvieren, aber ansonsten eher der Kategorie „wasserscheu“ zuzuordnen sind.

Soweit die Fakten. Alles Dinge, die man aus langjähriger Praxis kennt. Zuvor hatte ich übrigens den Hinweg auf der gleichen Strecke problemlos abgespult. Außerdem gab es mit der S-Wing schon häufiger Situationen, wo man bei der Kombination Nässe, ungünstiger Straßenuntergrund und eben jene IRC-Bereifung - gerade beim Anfahren in Kurven - schon mal mit Gasreduzierung und den Füßen auf der Fahrbahn die Hinterhand wieder einfangen musste. Das gleiche Geschick erhoffte ich mir auch bei der oben beschriebenen Situation, als mich das Hinterrad auf dem holprigen Untergrund bei zurückhaltend niedriger Geschwindigkeit mit einem seitlichen Drift überraschte. Anfangs gelang es mir auch, das schlingernde Gefährt wieder zu bändigen, um dann letztendlich quasi kurz vor Stillstand (bei etwa nur noch Schrittgeschwindigkeit) doch noch komplett auf die rechte Seite zu kippen. Um eventuell vorschnellen Mutmaßungen vorzubeugen, - die Profiltiefe der Bereifung war absolut in Ordnung. Soweit so gut. Ich selbst und meine Motorradkleidung haben diese Situation ohne jeglichen Kratzer überstanden, mit Ausnahme eines Blutergusses am rechten Unterschenkel, den sich das Trittbrett meiner S-Wing ausgerechnet als ungeeigneten Parkplatz bei diesem Niedergang ausgesucht hatte.

Die Kratzer-Bilanz an der S-Wing sah dagegen eindeutig schlechter aus. Verkratzt waren der vordere Kotflügel, die große Frontverkleidung inklusive dem rechten Rückspiegelsockel, die rechte seitliche Verkleidung am Trittbrett, der Gepäckträger und der rechte Bremshebel. Der rechte Rückspiegel war oben an der Halterung abgebrochen. Ferner in Mitleidenschaft geraten waren die Armaturenbrettverkleidung und ebenso das innere Beinschild im Bereich Knieraum bis Fußraum, jeweils auch rechtsseitig. Ein Schadensbild, welches in minderer Form auch schon auftreten kann, wenn ein solcherart verkleideter Roller einfach nur seitlich vom Ständer kippt. Es war mir bei meiner Kaufentscheidung zugunsten eines optimalen Wetterschutzes, einem großen Kofferraum und üppigen Gesamtkomfort schon von Beginn an klar, dass ein Roller mit einer entsprechend ausladenden Tourenkarosserie eigentlich im Prinzip niemals zu Boden gehen darf - weder im Stand und schon gar nicht in Fahrt. Sonst kann es gleich richtig teuer werden. Beispielsweise bei einem Gefährt wie dem Honda Zoomer hätte man diese Situation lediglich mit einem neuen Rückspiegel und einer Lackspraydose geregelt.

Nun ist das vorgeblich absolut zu vermeidende eben doch eingetreten und es galt nun, das ganze in einem einigermaßen vernünftigen Kostenrahmen im wahrsten Sinne des Wortes wieder glatt zu bügeln. Bei einer ersten Recherche ergab sich, dass die Beschaffung sämtlicher beschädigter Komponenten als Original-Honda-Ersatzteile einen Preisrahmen von knapp 1.300 Euro erreicht hätten. Da greift einem Honda richtig tief in die Tasche. Dies wäre vom Arbeitsaufwand in puncto Schadensbeseitigung wohl der geringste Aufwand gewesen, von der Kostenseite gesehen allerdings der höchste. Ich habe mich daher für die Variante entschieden, nur die Teile neu zu kaufen, die tatsächliche Beschädigungen aufwiesen. Und die lediglich nur verkratzten Teile - im Prinzip alle Außenteile der Rollerkarosserie - komplett wiederzuverwenden, selbst abzuschleifen und neu zu lackieren.

Als Neuteile wurden der Rückspiegel und aus Sicherheitsgründen auch der Bremshebel bestellt. Ebenso wie die Armaturenbrettverkleidung und das innere Beinschild. Bei diesem dünneren unlackierten Plastikmaterial waren Risse vorhanden, Befestigungsclips und Schraublaschen teilweise abgebrochen. Ich wollte da nichts einfach so wieder zusammenkleben, sondern trotz Spardiktat eine wertige Aufarbeitung des Fahrzeugs vorziehen. Die verkratzten lackierten Außenteile der Karosserie bestehen aus stabilem dickwandigerem Kunststoff. Hier habe ich den entsprechenden Arbeitsaufwand betrieben, sämtliche Kratzer langwierig mit unterschiedlichen Körnungen Nassschleifpapier komplett auszuschleifen - es wurde absolut nichts gespachtelt.

Lackiert wurde dann mit Kunststoff-Primer und schwarzem Matt-Lack aus der Spraydose. Eventuell nicht unbedingt das ultimativ hochwertigste Lackkleid. Aber ich wollte mich bei dieser Gelegenheit gleich einmal von der Serienlackierung Pearl Nightstar Black (nicht gerade meine Wunschfarbe, aber eben Kauf als Händlerzulassung) verabschieden. Dazu war nun auch noch ein komplettes Karosserie-Striptease auch der unbeschädigten Verkleidungsteile erforderlich, um diese in matt-schwarz überzulackieren. Schließlich wollte ich nicht optisch halb und halb - matt-schwarz und glanzschwarz durch die Gegend gondeln. Viele Betrachter attestieren der nun matt-schwarzen S-Wing ein positiveres Erscheinungsbild, als vorher in dem eher speckigen Glitzerschwarz. Aber das ist alles Geschmackssache. Im Endeffekt würde ich dem Roller vielleicht doch gerne noch - wenn es der Fahrzeugetat mal hergeben sollte - eine hochwertige Lackierung beim Autolackierer in einer sicherheitsrelevanten Signalfarbe gönnen. Beispielsweise der Peugeot von rollerfan in verkehrsrot RAL 3020 mit mattschwarzen Akzenten könnte mich dahin gehend durchaus inspirieren.

Bleibt noch hinzuzufügen, dass ich mich bei dieser groß angelegten Generalschrauberei schließlich auch noch von der angestammten IRC-Bereifung getrennt habe. Den ersten abgefahrenen Hinterrad-Pneu hatte ich seinerzeit wiederum mit einem IRC-Typ ersetzt, um vorne und hinten die gleiche Profilstruktur zu behalten. Vielleicht hätte man damals schon etwas tiefer in die Tasche greifen sollen, und gleich beide Reifen mit etwas Nässetauglicherem ersetzen sollen. Nun rollt meine S-Wing vorne und hinten auf Michelin CityGrip, die bei einem Test von uns scooter & sport gemeinsam mit Heidenau auch bei Nässe ein befriedigendes Ergebnis ablieferten.

Wahrscheinlich ist dem einen oder anderen Foristen leider auch schon mal der Roller zu Boden gegangen oder vom Ständer gekippt (ich wünsche übrigens beides niemanden). Und der spezielle Erkenntnisgewinn aus diesem Bericht nicht unbedingt besonders effektiv. Aber durch meine speziellen Erfahrungen bei der äußeren Gesamtzerlegung und Wiederaufbereitung meiner S-Wing kann ich noch einiges dazu im Detail berichten. Dies war zunächst einmal ein Zwischenbericht über den Vorgang, der dazu geführt hat.

Gruß Küppi

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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Stadtlandroller » 29.01.2015, 20:45

Hallo Küppi,
aufgeschriebenes, was wie in der Praxis abgeht, finde ich immer interessant. Ob gefahren oder gewerkelt wird, immer her mit den Berichten.
Küppi hat geschrieben: . . . bei der äußeren Gesamtzerlegung und Wiederaufbereitung meiner S-Wing kann ich noch einiges dazu im Detail berichten. Gruß Küppi
Das wäre schön :!:
Weiterhin gute Fahrt – Andreas.

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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon macdet » 10.08.2015, 21:44

So. Habe meinen 2007er S-Wing seit Februar und bisher 4000 km damit gefahren (km-Stand 8.400). Läuft wie ne eins. Echte 107 km/h (GPS). Verbrauch im Schnitt 3,3 l/100 Km. Unter drei wäre kein Problem. Aber wer mich kennt, weiss weshalb :twisted: .
Im Rahmen der durchgeführten Modifikationen (Standlichtblinker, Doppeltonfanfare, Voltmeter, diverse 12V-Steckdosen, Seitenmarkierungsleuchten usw. konnte ich feststellen, dass der Rahmen quasi im Neuzustand ist. Kein Gammel, nix.
Bin voll zufrieden mit dem Teil. Eine Sitzbankänderung halte ich nicht mehr für notwendig. Top autobahntauglicher ABS-Roller mit viel Platz unter der Sitzbank. An das kombinierte Schloss habe ich mich inzwischen gewöhnt. Auch nachts super Licht, quasi wie beim Auto. Ein quirliger Roller. Bekommt demnächst mal einen Ölwechsel und ne neue Iridium Kerze, wer weiss, wie alt das Teil bereits ist.
Hoffe dieses Jahr noch die 10.000 km auf dem Tacho stehen zu haben.
Gruß

MacDet


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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Horny1 » 11.08.2015, 07:45

Hallo,

durch die positiven Berichte hier, wollte ich die Freewing gegen die S-Wing tauschen. Es ergab sich, daß ein Honda Händler in meiner Nähe eine S-Wing anbot. Wollte doch vor einem Kauf doch mal draufgesessen haben.
Ich hatte Probleme mit der Fußstellung. Die Schräge war mir zu steil. Meine Achilles Sehne, die mir eh schon Probleme macht, spielt da nicht mit. Sie kommt in den Schmerzbereich.
Somit katte sich das Thema, einen Roller in Wilhelmshaven abholen zu können, erledigt.

Gruß Horny1
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Honda FJS600 2002, 893Km 5,15 Ltr.
Yamaha T-Max 500ABS, Bj 2008, 19000Km 4,47 Ltr.


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