Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Erfahrungsaustauch zu allen Honda Rollern ab 125cc
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Küppi
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Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Küppi » 22.10.2011, 01:11

Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Erstzulassung am 02.07.2008 durch Honda-Händler. Zulassung auf mich am 10.03.2009 mit 78 km.

Allgemeines. Die Honda S-Wing – nicht zu verwechseln mit der wuchtigen großen Schwester Silver-Wing, wobei Honda ein gewisses Abstrahlen des klangvollen Namens wohl ganz bewusst einkalkulierte – ist die vorerst letzte Evolutionsstufe der populären Viertakt-Rollerreihe @125, SH125, Dylan, PS125 und Pantheon, die seit dem Jahr 2000 unterwegs ist.
Man muss die S-Wing eigentlich als eine technisch leicht überarbeitete Version des Pantheon mit neuer Front ansehen. Also das, was man in der Autobranche ein „Facelift“ nennen würde. Die spitznasige Form des Pantheon mit dem pfeilartigen Scheinwerfer fand wohl nicht überall Anklang. Honda übte sich daher nun in einer anderen Designvariante und verpasste der S-Wing konträr zum Vorgänger kurzerhand eine Stupsnase – auch wiederum Geschmacksache. In der Praxis war die neue Karosserie allerdings ein Gewinn. Die neue Vollverkleidung mit rahmenfester Windschutzscheibe eliminierte den wind- und regendurchlässigen Schlitz unterhalb des Lenkers und präsentierte sich mit einem attraktiven Cockpit, welches mit vier klar gezeichneten Rundinstrumenten manchem Pkw zur Ehre gereichen würde.
Rahmen, Motor und Antrieb blieben weitestgehend identisch, – lediglich die Abgasklasseneinstufung wurde aufgebessert und ein ABS installiert. Die Mehrzahl der mechanischen Teile sind daher bei beiden Modellen gleich, – ein Vorteil auch bei der Ersatzteilbeschaffung. Sogar das offizielle Honda-Werkstatthandbuch zur S-Wing wird nur als Zusatzband bezeichnet, der lediglich die geänderten neuen Komponenten abhandelt. Man muss also zusätzlich über das entsprechende Werkstatthandbuch des Vormodells Pantheon verfügen, will man an der S-Wing zu Werke gehen. Dazu sei noch angemerkt, dass die erste Version des Pantheon (vor 2003) nichts mit dem namensgleichen Nachfolger (ab 2003) gemeinsam hat, um den es hier geht (außer der Hubraumklasse). Der Erstling gleichen Namens basierte auf dem 250er Foresight und besaß ein Zweitakttriebwerk, gehört also definitiv nicht in die oben erwähnte Reihe. So seltsam sind manchmal die Wege der Modellpolitik: gleicher Name, ganz anderes Modell – neuer Name, fast gleiches Modell.

Motor und Antrieb. Der 4-Takt-Triebling ist nach traditioneller Honda-Bauart gestrickt, ohne jedoch in dieser Klasse mit technischen Extravaganzen zu glänzen, wie etwa vier Ventilen oder gar zwei Nockenwellen. Es handelt sich eher um altbewährte Hausmannskost, – mit Wasserkühlung, Einspritzanlage und geregeltem 3-Wege-Kat mit Lambdasonde allerdings auf der absoluten Höhe der Zeit. Also eher der Typ kultivierter Dauerläufer als ein sportiver Reißer, der die vorgegebene gesetzliche Leistungsgrenze voll ausschöpft.
Im Abgasverhalten (s. ADAC-Test) und beim Kraftstoffverbrauch (s. ADAC- u. Motoretta-Test) ergeben sich die besten Werte in der Vergleichsklasse. Mein persönlicher Mittelwert über die gesamte Distanz von 10.000 km liegt bei genau 2,79 Ltr/100 km (jeden Tankbeleg gesammelt und Fahrtenbuch geführt). Die Fahrstrecken bestanden vorwiegend aus Überlandverkehr, wenig Autobahn und kaum Stadtverkehr. Gefahren wurde zügig, aber nicht unbedingt sehr sportlich und mit einem gewissen Hang zum ökonomischen Gasgriffverhalten. Man vermag die Variomatik bei regelmäßiger Drehzahlmesserbeobachtung recht gut zu dirigieren, wenn man sie beispielsweise nach jedem Beschleunigungsvorgang durch einen kleinen Gasgriffrückzieher wieder in eine höhere Übersetzung lockt. Ein voller Dreh am Gasgriff bringt wenig bis nichts, wenn bei dreiviertel oder vierfünftel Öffnung das gleiche Temperament freigesetzt wird. Daran kann man sich stets kontinuierlich herantasten. Die Beschleunigung im Bereich der Ortsgeschwindigkeit ist natürlich beeindruckend, ab 80 km/h geht es dann schon etwas zäher voran und am Berg muss man eben kleine Brötchen backen. Aber der Vorwärtsdrang dürfte bei anderen Artgenossen der 125er Tourenrollerklasse unter gleichen Bedingungen nicht viel berauschender sein. Über 160 kg Leergewicht, eine ausladende Karosse und ein 1,88-m-Pilot in Kombination weisen ein 125-ccm-Motörchen mit 13,6 PS schon einigermaßen in die Schranken.
Mehr als 9.000 U/Min, das sind nach Tacho genau 100 km/h, wurde bei mir normalerweise nie gedreht (roter Bereich beginnt bei 10.000 U/Min). Es sei denn, es wurde mal kurzfristig effektiver Schub für ein Überholmanöver abverlangt. Etwas Motorschonung möchte ich dem kleinen Triebling auf Dauer schon gönnen. Lkw-Tempo auf der Autobahn entspricht ungefähr 8.500 U/Min. Ab 100 km/h werden ohnehin im Trittbrett leichte Vibrationen spürbar, – soll das vielleicht eine Vorsorge gegen eingeschlafene Füße sein?
Der Einspritz-Motor beschert ansonsten zu jeder Jahreszeit einen perfekten Kaltstart und eine mustergültige Warmlaufphase. Auch nach einem Monat Fahrpause im Winter und Freiluftgarage. Heiße Sommertage bereiten dem Triebwerk ebenfalls kein Ungemach, die Temperaturanzeige bleibt stets im unkritischen Bereich. Der Ölverbrauch ist kaum messbar. Zwischen den Inspektionsterminen brauchte weder Öl noch Wasser nachgefüllt zu werden. Die Variomatik und der Endantrieb verrichteten ihren Dienst bisher mit dezenter Unauffälligkeit. Die gesamte Antriebseinheit ist von unten trocken geblieben und hinterlässt keine Flecke auf dem Parkplatz.

Karosserie und Ausstattung. Die neue Verkleidung bietet zwar insgesamt optimalen Wetterschutz und die Scheibe hat ausreichend Höhe, allerdings liegen die Hände ziemlich frei. Auch die Windgeräusche (selbst bei Erprobung mit mehreren Helmtypen) sind eher suboptimal. Das hängt wahrscheinlich auch von der Körpergröße und der Sitzposition ab. Ich für meinen Teil strebe in diesen beiden Punkten noch nach Verbesserung. Vielleicht bringt eine Givi-Scheibe oder ein X-Screen-Spoiler plus Handprotektoren Abhilfe (wer hat Erfahrungen an der S-Wing?) Die Füße würden sich auch etwas wohler fühlen, wären sie nicht von dem breiten Mitteltunnel derart nach außen gedrängt. Bei den meisten Tourenrollern ist diese Bauart wohl festgeschrieben. Mag auch sein, dass sich nur so ein fahrstabiler Rohrrahmen in der höheren Gewichtsklasse konstruieren lässt (ein Herrenrad ist schließlich auch stabiler als ein Damenrad). Aber muss der Tunnel wirklich so breit sein. Und wenn ja, wäre es wenigstens erfreulich dort einen üppigen Tank vorzufinden. Die S-Wing erreicht aufgrund ihrer günstigen Verbrauchswerte zwar oft die 300-km-Zone bis zum Nachtanken, aber mit gerade mal 9,4 Liter Tankinhalt lässt sich dort weniger verfüllen als bei den meisten Mitbewerbern.
Ansonsten sind die Platzverhältnisse selbst für große Fahrer komfortabel. Die Sitzbank ist sehr breit und bequem (bei einem Motorrad müsste man dafür mindestens eine 600er heranziehen). Auch am Volant wird Ergonomie groß geschrieben. Sämtliche Lenkerarmaturen liegen ideal zur Hand und funktionieren perfekt. Eine Warnblinkanlage ist auch mit an Bord. Die Spiegel zeigen zwar etwas vom Arm, aber insgesamt doch mehr als anfangs vermutet – man muss sie nur absolut exakt einstellen.
Das Cockpit bietet vier übersichtliche Rundinstrumente im Analog-Design für Geschwindigkeit, Drehzahl, Wassertemperatur und Tankinhalt, die zudem noch nachts hervorragend ausgeleuchtet sind. Die Tachovoreilung dürfte nach meinen Erfahrungen bei etwa 10 Prozent liegen. Die Tankuhr teilt ihre Eigenheiten mit vielen Artgenossen – am Anfang tut sich wenig, zum Schluss geht es dann um so schneller. Digital wird der übliche Kilometerzähler, gleich zwei Tageskilometerzähler, eine Verbrauchsanzeige und eine Uhr angeboten. Die Verbrauchsanzeige zeigt nicht den Momentanverbrauch an, dafür sehr genau den Gesamtverbrauch. Dass die Uhr keine 24-Std-Anzeige hat, gehört zu den Kuriositäten und zeigt wie Honda selbst bei dem teuersten Roller seiner Klasse noch ein paar Cent sparen möchte. Der Blinkgeber macht sich zwar akustisch nicht bemerkbar, die grünen Kontrolllampen sind aber bei jeder Witterung klar zu erkennen. Zu erwähnen sei noch, dass die Blinkleuchten mit kräftigen 18 Watt erstrahlen (und nicht mit den oft üblichen 10-Watt-Funzeln) und die Schluss-/Bremslicht-Einheit doppelt ausgeführt ist. Hier hat man sichtlich nicht gespart. Auch das H7-Scheinwerferlicht lässt keine Wünsche offen. Die Scheinwerfereinstellung kann werkzeuglos von außen zugänglich über praktische Drehräder vorgenommen werden.
Ein Mini-Handschuhfach gibt es im Beinschild. Der Gepäckraum unterm Sitz ist sehr geräumig, innen ausgelegt, beleuchtet (abschaltbar) und mit einer Trennwand unterteilbar (alles wohl identisch mit dem Pantheon). Dort findet man auch eine 12-V-Steckdose vor. Eine Gepäckbrücke ist serienmäßig vorhanden, – sieht aus wie Alu, besteht aber aus massivem Kunststoff.
Die Verarbeitung und Oberflächenqualität des Materials macht insgesamt einen der Preisklasse angemessenen recht positiven Eindruck. Manche Passungen des Karosseriekleides kommen zwar eher etwas funktionell als edel herüber. Wenn Honda spart, dann wohl eher am Plastik als an der Mechanik. Grundsätzlich gab es bisher aber keinerlei Probleme mit der Karosserie. Nur an den absoluten Hitzetagen des vorletzten Sommers – als auch die Klimaanlagen in etlichen ICEs ihren Dienst quittierten – da löste sich stellenweise der rückwärtige Klebstoff des Dichtgummis vom Handschuhfachdeckel. Der Einsatz von etwas Pattex brachte dort dauerhafte Abhilfe.

Fahrwerk und Bremsen. Auch das Fahrwerk gab bisher keinerlei Anlass zum Klagen. Sowohl der Fahrkomfort als auch die Fahreigenschaften haben mich eigentlich vollends zufriedengestellt. Zumal im Vergleich zu der vorher gefahrenen Freewing. Die Telegabel verhält sich absolut ruhig. Das Vorderrad ist perfekt ausgewuchtet. Hinten stempelt die Maschine in Kurven auf holprigem Untergrund nicht seitlich weg. Selbst mit Beladung und Topcase muss man keine wesentlichen Abstriche hinnehmen. Man ist in fast allen Situationen sicher unterwegs.
Lediglich eine gewisse Anfälligkeit gegen Seitenwind muss man bei diesem Modell in Kauf nehmen. Die sehe ich allerdings eher bauartbedingt – mit Vollverkleidung und Windschild, dazu noch ein mächtiges Topcase und alles lediglich auf kleinen Rädern unterwegs – da werden auch andere Spezies dieser Gattung nicht ungeschoren davonkommen.
Die Bremsanlage mit kombiniertem ABS ist natürlich in dieser Klasse das Sahnehäubchen. Es gab zwar schon den einen oder anderen Anbieter mit ABS unter den 125ern. Aber meistens handelte es sich um das eingeschränkte Vorderrad-ABS eines fränkischen Herstellers – damit es eben nicht zu teuer wurde. Bei Honda wird jedoch ein vollwertiges ABS für beide Achsen geboten. Ich musste es glücklicherweise bisher noch in keiner Notsituation zum ernsthaften Test kommen lassen. Aber auf freier Strecke habe ich schon mal eine Probesituation exerziert. Insgesamt halte ich die Bremsanlage für hervorragend, der Verschleiß hält sich in löblichen Grenzen und die ABS-Technik hat noch nie Probleme bereitet. Auch Quietschgeräusche sind mir noch nie zu Ohren gekommen.
Die werksseitig montierten IRC-MB99-Pneus haben ihren Dienst recht unauffällig absolviert. Da ich nicht täglich fahren muss, war ich auch hauptsächlich bei trockener Witterung unterwegs. Der hintere Reifen wurde nach der 10.000-km-Distanz mit etwa 2 mm Restprofil gegen wieder einen eben solchen ausgetauscht. Daher kann ich zu Erfahrungen mit anderen Reifenfabrikaten auf der S-Wing leider noch nichts beisteuern.

Fazit. Die uneingeschränkte Problemlosigkeit im alltäglichen Umgang, die angenehme Fahrkultur sowie die gefühlte Wertigkeit, die ausgefeilte Technik mit überzeugenden Sicherheitsdetails lassen die S-Wing für mich auf einem gehobenen Qualitätslevel erscheinen. Allerdings hat man es hier auch mit dem hochpreisigsten Angebot sämtlicher Mitbewerber zu tun. Da kann man schon einen entsprechenden Gegenwert erwarten. Im ADAC-Test hat sie übrigens die beste Benotung aller Konkurrenten eingefahren.
Annähernd neuwertig, jedoch mit deutlichem Preisabschlag durch Gebrauchterwerb, kann man sich einem solchen Objekt der Begierde auch etwas kostengünstiger nähern.

In einem zweiten Teil des Beitrages werde ich über Wartung und Kosten berichten.

Gruß Küppi

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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Horny1 » 22.10.2011, 12:27

Hallo Küppi,

ein toller Bericht. Sehr informativ. Hast einen schön zu lesenden Schreibstiel benutzt.

Gruß Horny1
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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Küppi » 22.10.2011, 12:52

Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS Nachtrag

Einen Kritikpunkt hatte ich noch vergessen, den ich nicht vorenthalten möchte: das Lenkschloss. Ich habe bisher noch kein Fahrzeug besessen, bei dem es ein so hakeliger und widerspenstiger Akt war, den Lenker abzuschließen. Dies betrifft ausdrücklich nicht die Funktion des Zünd-, Tank- und Sitzbankschlosses, die einwandfrei funktionieren, sondern nur das störrische Lenkschloss.

Gruß Küppi

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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Küppi » 22.10.2011, 19:07

Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS – Wartung und Kosten

2. Teil – Wartung und Kosten

Wartung. Die Inspektionen sollen bei der Honda S-Wing anfangs bei 1.000 km, danach alle 4.000 km oder einmal im Jahr (laut Fahrerhandbuch sogar alle 6 Monate) durchgeführt werden. Alle Inspektionen wurden bisher bei einer Honda-Werkstatt in Auftrag gegeben. Die 4.000-km-Inspektionen wurden jeweils jährlich ausgeführt.

1.000-km-Inspektion: 97,00 Euro
4.000-km-Inspektion: 166,66 Euro
8.000-km-Inspektion: 245,69 Euro

Außer dem normalen Arbeitsumfang wurden innerhalb von 10.000 km die Bremsflüssigkeit, das Kühlwasser und das Getriebeöl gewechselt. Diese Arbeiten sind von Honda unabhängig vom Kilometerstand alle zwei Jahre vorgesehen. Dazu habe ich nun – da der Jahresturnus bereits um ist, aber die 12.000 km noch nicht erreicht wurden – vorab einen Motorölwechsel vorgenommen.

Mechanische Verschleißteile (außer Inspektionsmaterial) wurden bisher nicht benötigt. Reparaturen sind ebenfalls noch keine angefallen.

Kraftstoff. Es wurde stets Super 95 getankt, da das gleichfalls zulässige Normal 92 keinen nennenswerten Preisvorteil geboten hat und zuletzt auch kaum noch verfügbar war. E10 wurde bisher nicht getankt, obwohl es Honda für dieses Modell freigegeben hat.

Kraftstoffverbrauch über 10.137 km: 282,33 Ltr – 390,02 Euro
Entspricht einem Durchschnittsverbrauch: 2,79 Ltr/100 km

Nebenbei interessant: Nach den derzeitigen Kraftstoffpreisen würden sich die vergleichbaren Kosten übrigens auf 434,79 Euro belaufen. Nur mal so zur Anschauung nachgerechnet.

Reifen. Es wurde zuletzt noch der Hinterradreifen vom Typ IRC 130/70–12 62 L MB 99 TL mit einem Restprofil von ca. 2 mm (Neuprofil ca. 6,2 mm) gegen einen ebensolchen getauscht.

Reifen IRC 130/70–12 62 L MB 99 TL: 36,90 Euro + Porto (Online-Bestellung)
Montagekosten: 8,00 Euro
Hinterrad-Aus-/Einbau in Eigenregie

Zusatzbemerkung am Rande: Mein hiesiger Honda-Händler hat sich geweigert (einen im Internet bestellten) bei ihm angelieferten Marken-Reifen, der zudem noch der originalen Werksbereifung entsprach, zu montieren – angeblich aus Haftungsgründen. Daraufhin habe ich das Hinterrad selbst ausgebaut und bin in einer anderen markenfreien Werkstatt freundlich und preiswert bedient worden.

Kosten. Hier habe ich nun die Kosten für Kraftstoff, Wartung und Bereifung mit den allgemeinen Kosten wie Zulassungsgebühren, Versicherung inklusive Teilkasko und TÜV/KAU als Summe zusammen geführt. Es handelt sich also um die gesamten tatsächlichen Betriebskosten ausschließlich Anschaffungspreis/Wertverlust.

Gesamte Betriebskosten: 1.199,97 Euro = 11,8 Cent/km

Abschließend muss man festhalten, dass es sich bisher um die wohl eher angenehme, weil reparaturfreie Zeit gehandelt hat. Wenn Verschleißteile wie Antriebsriemen, Variorollen oder Bremsbeläge plus Werkstattkosten dazukommen, wird die Bilanz schon etwas trüber aussehen. Die nächsten 10.000 km werden also garantiert teurer werden, - schon allein wegen der steigenden Kraftstoffpreise.

Tipp Werkstatthandbücher. Wer als versierter Schrauber seine Kosten reduzieren möchte, indem er bei Wartung und Reparaturen selbst Hand anlegen will, ihm dazu aber die modellspezifischen Informationen fehlen, dem kann man die Original-Werkstatthandbücher von Honda empfehlen. In dieser Hinsicht muss man Honda ein ausdrückliches Lob aussprechen. Dass in unserer digitalen Zeit immer noch Printmedien dieser Art in deutscher Übersetzung auch für Endkunden zugänglich sind – und das schon seit Jahrzehnten, hat heutzutage wirklich Seltenheitswert. Dies war für mich persönlich bisher auch immer ein starkes Argument für die Marke Honda. Von anderen Motorradanbietern ist mir das nicht bekannt. Hier die benötigten Bande:

1. Honda Werkstatt-Handbuch FES 125/150 Pantheon/Pantheon 150 – 2003 – Art.-Nr. 64KRJ00
2. Honda Werkstatt-Handbuch FES 125/150/A – 2007 – Art.-Nr. 64KRJ00Z (Zusatzband S-Wing)

Man beachte, da die S-Wing eine Weiterentwicklung des Pantheon ist (s. erster Teil des Berichts), sind in dem Zusatzband S-Wing nur die Neuheiten an Karosserie, ABS usw. beschrieben. Es wird für den Gesamtumfang aller Kapitel weiterhin das Buch des Vormodells Pantheon benötigt (ist auch mehr als doppelt so dick). Der S-Wing-Zusatzband hat mich beim Honda-Händler seinerzeit 43,90 Euro gekostet, den Pantheon-Band habe ich bei eBay gebraucht erstanden. Für alle, die es gern etwas preiswerter hätten und dafür nicht so ausführlich brauchen, wäre auch folgendes Buch interessant:

Wartung und Reparatur – Honda 125/150 ccm Viertakt-Roller SH/Dylan/@/PS/Pantheon/S-Wing – Delius-Klasing – 2010

Es handelt sich hierbei um die deutsche Übersetzung aus der bekannten Serie der Haynes Service & Repair Manuals. Bei Amazon gab’s das mal für 19,90 Euro. Hier werden auch – wie der Titel schon aussagt – sämtliche Honda-Viertakt-Roller der 125er Baureihe seit 2000 behandelt. Wobei ausdrücklich nochmals erwähnt sein soll, dass der erste Pantheon (bis 2003) hier nicht eingeschlossen ist, weil es sich um ein völlig anderes Zweitakt-Modell handelt.

Ich hoffe, hiermit eventuell Interessierten einigermaßen ausführlich über Eigenschaften und Kosten der Honda S-Wing berichtet zu haben. Auch der Pantheon 4T ist (modellbedingt) nicht weit weg davon.

Gruß Küppi

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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Otello 2010 » 22.10.2011, 21:03

Hallo erst mal.

Das ist ein wirklich sehr gut geschriebener, toll formulierter Bericht. Du hast dir nicht nur viel Mühe damit gemacht, sondern eben auch die ganze Zeit Buch geführt. Respekt.
Für meinen Otello war ich nicht so penibel. Ich weiß aber, dass meine bisher gefahrenen ca. 9.600 km etwas teurer waren.
Die 3 Inspektionen schlagen da mit + ca. 50 Euro zu Buche und der Verbrauch liegt, je nach Fahrweise und Streckenlänge, zwischen 2,9 und max. 3,4 l/100km. Damit liegt der Verbrauch um ca. 1/2 l über dem deiner S-Wing, was bei 9.600 km ca. 70-80 Euro mehr ausmacht, wenn man deine Preisbasis nimmt. Reparaturen gab es noch keine; nur eine neue Batterie für 100 Euro musste her.
Lassen wir Verschleißteilkosten wie Reifen und Batterien mal beiseite, dann belaufen sich die Mehrkosten also auf 130 Euro bei ähnlicher Laufleistung.
Natürlich lässt sich das nicht so direkt vergleichen, da ich meinen Otello erst seit 19 Monaten fahre, du deine S-Wing aber bereits seit 31 Monaten. :wink: Bezogen auf die Zeit betragen meine Mehrkosten also 6,85 Euro/Monat; Zulassung, Versicherung etc. auch außen vor gelassen, da diese regional und individuell unterschiedlich sind.
Bei einer Preisdifferenz von ca. 2.000 Euro musst du deine S-Wing also rund 292 Monate länger fahren als ich meinen Otello bis wir beide gleich viel Geld für das Rollerfahren ausgegeben haben werden. 12 davon hast du ja schon rum. :mrgreen: Vorausgesetzt natürlich, dass die Kosten sich nicht wesentlich ändern. :wink:
Nix für ungut. Das soll jetzt auch keine negative oder bösartige Kritik sein. :frieden: Ich selbst liebäugle mit dem großen Bruder der S-Wing seit ich den A-Schein habe.
Aber es kommt eben auch darauf an, wie viel Geld man für ein (Neu)Fahrzeug ausgeben will oder kann.
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Hermann

Ich danke allen, die zur Sache nichts zu sagen hatten und trotzdem geschwiegen haben.
Ich wäre lieber REICH als SEXY - aber was soll man machen?

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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon History » 24.10.2011, 13:55

Habe die Offtopic Antworten abgetrennt.
Da der Hinweiß Back to Topic irgendwie nicht wahrgenommen wurde.

Hier findet ihr den Rest viewtopic.php?f=7&t=3662&p=34604#p34604
Greetz Stefan
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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Küppi » 25.10.2011, 23:15

Nochmals zum Thema Inspektionskosten.

Ich habe unter anderem deshalb so penibel Buch geführt über sämtliche Kostenpositionen, weil ich auch mal einen direkten Vergleich zu meinem letzten Pkw (Smart pulse Bj. 99) anstellen wollte. Und zwar unter der eindeutigen Grundlage – Roller als Pkw-Ersatz, nicht etwa als Zusatzoption. Die ewig im Raum stehende Frage, – „Ist ein Roller wirklich günstigerer als ein Kleinwagen?“ – wird oft mit „Ja, aber…..“ beantwortet. Und zwar meist in diesem Sinne: Bei Steuer (wird bei 125ern nicht erhoben), Versicherung und Verbrauch auf jeden Fall, aber wenn man die Inspektionskosten (meist kürzere Intervalle), Ersatzteile und Bereifung rechnet, kann es eng werden. Also doch eher ein Hobby als wirtschaftliche Alternative? In fast allen Foren und Rollerzeitschriften klagen die Scooter-Fahrer mit beständiger Regelmäßigkeit über hohe Werkstatt- und Reparaturkosten. Und oft wird das Fazit gezogen – wenn man grundsätzlich alles machen lässt, kann’s eben recht teuer werden. Legt man selbst Hand an, kann man beträchtliche Einsparungen erzielen. Wohl dem, der es kann.

Um wieder auf meine S-Wing zurückzukommen, – ein endgültiges Resümee kann ich leider noch nicht ziehen, da bisher keine Verschleißposten (Ausnahme Bereifung) oder Reparaturen angefallen sind. Vorab habe ich einstweilen schon mal recherchiert, welche Inspektionskosten denn in Zukunft so anfallen würden. Das lässt sich vom Arbeitsaufwand her ohne Weiteres kalkulieren, wenn man die veranschlagten Arbeitszeiten kennt. Normal müsste ich ja wegen der positiven Gesamteigenschaften und dem sparsamen Verbrauch ein froh gestimmter S-Wing-Fahrer sein, aber nach dieser Hochrechnung kann einem wieder leicht mulmig werden.

Die S-Wing mag ja vielleicht mit einer gegenüber dem Vorgänger Pantheon gefälligeren Karosserie gesegnet sein, zugänglicher – was die Mechanik anbetrifft – ist sie aber nach ersten Praxiserfahrungen auf keinen Fall. Das scheint sich auch auf die Arbeitskosten niederzuschlagen. Ich habe hier die Inspektionszeiten aus den Honda-Datenblättern von der Kleinjung-Website (hier schon verlinkt unter „Technische Datenblätter Honda“) als Berechnungsgrundlage über eine Distanz von insgesamt 24.000 km entnommen.

Inspektionszeit in Stunden bei: 1.000 km – 1,3 Std. / 4.000 km – 2,6 Std. / 8.000 km – 3,3 Std. / 12.000 km – 3,1 Std. / 16.000 km – 3,3 Std. / 20.000 km – 2,6 Std. / 24.000 km – 4,3 Std.

Danach beläuft sich der gesamte Inspektionsaufwand über eine Fahrstrecke von 24.000 km auf genau 20,5 Stunden. Bei einem gegenwärtigen Arbeitspreis beim Honda-Händler hier vor Ort von 56,50 Euro pro Stunde (kleiner Betrieb, ländlicher Raum – kann in anderen Regionen völlig variieren), ergäbe sich also eine Gesamtsumme von 1.158,25 Euro. Man bedenke, – hierbei ist rechnungsmäßig noch kein Liter Öl geflossen und keine einzige Schraube verbaut worden. So mancher wird sich trösten, – das Ganze verteilt sich ja schließlich auf Jahre. So viel, so gut – oder auch nicht. Wenn man nämlich feststellt, dass der technisch sehr identische Vorgänger Pantheon über die gleiche Distanz nur 11,1 Std. Schrauberzuwendung benötigt und die fürstliche Silver-Wing (auch wegen der günstigeren Wartungsintervalle) gar nur 10,1 Std. Also sage und schreibe gerade mal die Hälfte! Was wiederum die delikate Frage aufwirft, - ist ein gebrauchter Großer unterm Strich vielleicht gar nicht mal viel teurer zu unterhalten, als ein neuer Kleiner? Dies ist allerdings wiederum ein neues Thema, was ich an anderer Stelle gleichzeitig mal ansprechen werde.

Für den S-Wing-Fahrer steht aber nun fest: Er fährt zwar einen wunderbaren Roller, für den er auch schon etliche große Scheine hinblättern durfte. Aber bei den Inspektionen wartet dann noch mal der zweite, gepfeffert tiefe Griff ins Portemonnaie auf ihn. Nicht unbedingt ein Schelm, wer sich dabei denkt – irgendwann mal doch verkaufen, oder – dafür gönn‘ ich mir was Größeres, oder einfach – noch nie war selbst schrauben so sinnvoll wie derzeit.

Gruß Küppi

Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr

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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon ts1 » 26.10.2011, 08:09

Der hiesige Honda-Händler (einer der ganz großen in Deutschland und weit und breit konkurrenzlos) nimmt übrigens knapp 90€ pro Stunde - netto! :frieden:
Ein 4000er Intervall ist für einen moderrnen Roller einer renommierten Firma eigentlich sehr kurz.
Der Piaggio MP3 LT 250 meiner Frau braucht alle 5tkm eine Durchsicht (68,48€ incl. Material in teurer südlicher Großstadt) und nur alle 10tkm eine echte Inspektion (183,85€ Material incl.). Die größeren Ausgabeposten kommen natürlich noch, aber das 10000er Intervall ist schon hilfreich. (Die MP3 RL haben sogar ein 6tkm/12tkm Intervall.)

Und was ist denn nun mit dem Vergleich zum Smart?
Ich fürchte, bei Vielfahrern (ab 20-30tkm/Jahr) kann ein (Diesel-)Pkw günstiger wegkommen als jeder Roller.
MfG
Thomas

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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Küppi » 26.10.2011, 13:37

Hallo ts1

Das mit dem Smart lässt sich momentan noch nicht direkt vergleichen. Denn beim Smart habe ich viel in Eigenleistung gemacht. Die Honda hat dafür immer Marken-Kundendienst bekommen, bisher allerdings noch keinerlei Reparaturen gehabt. Da wir hier aber nicht im Autoforum sind, will ich die Smart-Geschichte auch nicht weiter vertiefen. Aber kurz vergleichen darf man ja mal.

Demnach kam der Smart ungefähr auf 118 Euro Gesamtkosten (ohne Wertverlust) im Monat bei 8.000 km Jahresfahrleistung (bin kein Vielfahrer, bin Rentner ;-) ).

Bei Schnee und Eis fahre ich mit der Bahn (mit BahnCard) – müsste man auch wieder separat kalkulieren 

Gruß Küppi

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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Otello 2010 » 26.10.2011, 19:01

Hallo erst mal.
Küppi hat geschrieben:Roller als Pkw-Ersatz, nicht etwa als Zusatzoption.
Diese Frage kann ich für mich mit einem klaren, eindeutigen JEIN beantworten. :pfeif:
Solange meine Frau ein Auto hat, mit dem u.a. die Vorratseinkäufe von Wasser-, Cola-, und Bierkästen erledigt und Urlaubsfahren unternommen werden können, kommt mir kein "Zweit"wagen mehr ins Haus. :ätsch:
Neben den (umgerechneten) monatlichen wesentlich geringeren Kosten ist die Wendigkeit mit dem Roller einfach unschlagbar. Parkgebühren fallen nicht an, parken vor dem Geschäft, Parkplatzsuche überflüssig, der Weg zur und von der Arbeit schneller als mit dem Auto, weil vor der Ampel immer eine Gasse frei ist :wink: . Und nicht zuletzt der Spass, den man eben auch bei "Pflichtfahrten" mit dem Zweirad hat. Das ist unbezahlbar.
Rollerfahren ist also nicht nur eine ökonomische Frage, sondern auch eine philosophische. :bindannweg:
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Hermann

Ich danke allen, die zur Sache nichts zu sagen hatten und trotzdem geschwiegen haben.
Ich wäre lieber REICH als SEXY - aber was soll man machen?

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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Küppi » 27.10.2011, 11:49

Otello 2010 hat geschrieben:Rollerfahren ist also nicht nur eine ökonomische Frage, sondern auch eine philosophische. :bindannweg:


Da muss ich Dir recht geben. Heutzutage auch sogar eine ökologische.

Gruß Küppi

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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Rollerhotte » 03.11.2011, 17:38

Aus was man alles eine Wissenschaft machen kann :scared:

Für mich bleibt der Roller (Pantheon 125 ) Hobby, und wenn Küppi weniger rechnen würde hätte er sicher schon mehr Km auf der Uhr :mrgreen:

Ach ja, bei mir sind es 2011 ca 12 000 km geworden... :ätsch:

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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon macdet » 03.11.2011, 19:43

Otello 2010 hat geschrieben:...... Und nicht zuletzt der Spass, den man eben auch bei "Pflichtfahrten" mit dem Zweirad hat. Das ist unbezahlbar.
Rollerfahren ist also nicht nur eine ökonomische Frage, sondern auch eine philosophische. :bindannweg:


Genau, ich möchte meine Roller nicht mehr missen. Was ich mit denen schon alles mitbekommen habe, unglaublich. Die Sache mit dem Foresight 250/ Pantheon 125 stimmt schon. Der Foresight als ungeliebter Nachfolger des Helix wird auch mein nächster Zweitroller, wenn der Spacy weg kommt. Aus Rentnerhand mit 8.000km, topgepflegt für unter 1000 euro..... :D
Gruß

MacDet


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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Küppi » 06.03.2012, 17:06

Nachtrag - Kosten Honda S-Wing

Im Februar habe ich an meiner Honda S-Wing die 12.000-km-Inspektion durchführen lassen. Diesmal bin ich bei einem freundlichen Vespa-Händler „fremdgegangen“, nachdem mich meine bisherige Honda-Werkstatt wegen der Montage eines selbst erstandenen Reifens seinerzeit hat abblitzen lassen (wie bereits berichtet). Die Garantie sowie auch der Kulanzzeitraum ist nach vier Jahren ohnehin verstrichen.
Ursprünglich wollte ich (im Besitz des Original-Werkstatthandbuchs) daher die Wartungsarbeiten fortan in eigener Regie abwickeln. Aber in Ermangelung einer eigenen Garage war mir dann ein Freiluftarbeitsplatz auf der Straße bei den frostigen Temperaturen Anfang Februar doch zu abwegig.
Gekostet hat die Inspektion 236,71 Euro. Hinzu kommen Honda-Ersatzteile (Luftfilter, O-Ring) im Wert von 16,70 Euro, die ich vorab schon besorgt und der Werkstatt gestellt habe. Insgesamt sind also 253,41 Euro angefallen.
Der Austausch von Verschleißteilen wie Antriebsriemen, Bremsbeläge usw. war bisher noch nicht notwendig.

Gruß Küppi

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Re: Fahrbericht 10.000 km Honda S-Wing 125 ABS

Beitragvon Küppi » 06.03.2012, 17:15

Rollerhotte hat geschrieben:Aus was man alles eine Wissenschaft machen kann


Wenn das also eine großartige Wissenschaft sein soll, - Belege sammeln und Beträge addieren. Nicht vorhandener Hauptschulabschluss dürfte dabei wohl fast ausreichen. Vielleicht bin ich auch beruflich etwas vorbelastet, denn in einem früheren Leben war ich unter anderem auch mal als Fuhrparkleiter tätig. Kostenermittlung und vor allem Kostenvergleich war dabei Alltagsgeschäft.

Rollerhotte hat geschrieben:...und wenn Küppi weniger rechnen würde hätte er sicher schon mehr Km auf der Uhr


Natürlich habe ich den ironischen Unterton nicht überhört. Dennoch sollte man heutzutage aber bedenken, dass es mittlerweile etliche Leute gibt, die nicht einfach munter drauflosfahren können, ohne dabei ganz explizit rechnen zu müssen, - selbst bei einem Roller.

Wer sagen kann: mein Haus, mein Zweitwagen, mein Motorrad, mein Roller – alles in Ordnung – nur keine falschen Neiddebatten. Fakt ist aber auch, dass in diesem unseren Lande immer mehr Personen anzutreffen sind, die am Monatsende nur ein schwach dreistelliges Salär auf ihrem Konto vorfinden. Die fetten Jahre sind für manch einen längst vorbei. Dabei braucht man nicht nur auf Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende und Rentner in Altersarmut als typische Beispielgeber zu schauen. Auch durch die Ausweitung von Niedriglöhnen und Zeitarbeit hat sich ein grundlegender Strukturwandel ergeben. Die explodierenden Energiekosten tun noch ein Übriges, um finanziell schwächer gestellte besonders massiv zu belasten. Ich möchte hier keinesfalls irgendwelche politischen Statements abgeben. Man sollte nur nicht vor der Tatsache die Augen verschließen, dass sich inzwischen immer mehr Menschen nach einer kleineren Wohnung umschauen müssen, sich kein Auto mehr leisten können und dann eventuell noch auf einen Roller als einzig verbleibende Alternative umsteigen müssen, um sich (gerade auf dem Lande) noch ein letztes Maß an mobiler Eigenständigkeit zu erhalten. Auch wenn man unter diesen Umständen Spaß am Rollerfahren haben kann und auch soll, bleibt es jenem Personenkreis oft vorenthalten, gleich bei jedem Sonnenstrahl wer weiß wohin zu fahren oder gar 1000-km-Fahrten mit Hotelübernachtung in Angriff zu nehmen. Sind Spritkosten und Versicherung beim Roller noch ziemlich verhältnismäßig, so können die übersteigerten Ersatzteil- und Reparaturkosten manchen Betroffenen schon in die Bredouille treiben, ob nun beispielsweise zuerst die längst fällige neue Waschmaschine ansteht oder eben die Rollerinstandsetzung.

Ich habe daher meinen Bericht über die Honda S-Wing bewusst in zwei Kapitel aufgeteilt: einen Fahrbericht und einen Kostenbericht. Wer nicht unbedingt in letzter Konsequenz nachrechnen muss, kann sich das Lesen des zweiten Kapitels ersparen. Für den Teil der Rollerfahrer, die intensive Überlegungen anstellen müssen, ob sich dieses Fahrzeug für sie rechnen könnte, habe ich eben diese genaue Kostenaufstellung öffentlich gemacht.

Gruß Küppi


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