Verkleidung Kleben

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solofahrer

Verkleidung Kleben

Beitrag von solofahrer » 24.08.2008, 10:30

Bei meinem Otello ist in der Lenkerverkleidung ein Riss entstanden. Gibt es einen speziellen Kleber mit dem man diesen wieder Reparieren kann?

solofahrer

Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von solofahrer » 24.08.2008, 10:32

Das Material der Verkleidung ist klaub ich ABS-Kunststoff.

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Otello57
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Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von Otello57 » 24.08.2008, 10:37

Mit der Vermutung was es für Material es ist hast Du Recht. Es sind Fasern im Plastic, dadurch ist es haltbarer. Aber kaputt gehen kann alles. Frag mal beim Autozubehör nach wegen Kleber, oder in eier Lackiererei.
Herzliche Grüße Heinz-Günter
Wenn ich etwas zu sagen hätte, gäb es keinen Winter mehr

Düsentrieb

Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von Düsentrieb » 24.08.2008, 11:23

Hol dir einen 2 Komponentenkleber und eine Glasfasermatte und kleb es damit das hällt ewig. Brauchst den Riss in der Bruchkante dann nicht unbedingt mit Kleber einzuschmieren, es dringt dann nichts nach aussen sodas man es sehen könnte.

solofahrer

Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von solofahrer » 24.08.2008, 12:42

Danke für den tip mit der Glasfasermatte. Werde dieses morgen einmal Versuchen.

DiWo

Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von DiWo » 24.08.2008, 15:43

Moin moin

Die einfachste Art ist es, die Teile einfach zu löten.

Je nach Kunststoff, in diesem Fall halt ABS, gibt es auch 3mm Stangen in dementsprechenden Kunststoff zu kaufen.
Ist aber nicht unbedingt nötig.
Man könnte sich "Schweißdraht" aus alten, ganz kaputten Verkleidungsteilen des gleichen Kunststoffs zurechtschneiden.
So mach ich das meistens;-)

Also, den Riss im Bereich von etwa 5mm von Farbresten säubern. Nun den alten Lötkolben anheizen.
Um das Ganze auch haltbar zu verlöten, benutze ich immer ganz feinmaschiges Kupfergeflecht "Maschendrahtzaun";-))
Gibts z.B. beim Conrad.
Diesen nun auf die Rissgröße zurechtschneiden und dann von der Innenseite einfach mit dem
Lötkolben in die Verkleidung "schweißen". Der "Zaun" verschwindet dann fast völlig im Material
und an dieser Stelle wird die Verkleidung bestimmt nicht mehr reißen. Wenn es nun auch von Außen
richtig gemacht werden soll, ist auch hier ein verschweißen von nöten. Dies hat allerdings ne
Beschädigung am Lack und somit auch eine Lackreparatur zur Folge. Hier reicht es evt. ja auch aus,
den Riss im Vorfeld mit Sekundenkleber zu verkleben.
Hilft dat Alles nichts, gibt es auch 2 Komponentenkunsstoff von z.B. Würth.
Dieser Kunsstoff wird zur Reparatur im KFZ-Karosseriebereich benutzt. Auch hiermit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.
Okay, beim Otello sollte es bei Kleinreparaturen bleiben, denn für 100€ gibt es ja schon komplett neue Verkleidungen zu kaufen. Da lohnt sich eine Reparatur mit Lackieren und allen Vorarbeiten nicht wiklich.
Anders sieht das dann allerdings schon bei großen Motorrädern aus, wo allein ein Seitenteil der Verkleidung schon über 500 Euro kostet.
Ich jedenfalls kaufe keine neuen Verkleidungen mehr. Bei mir wird Alles repariert, wenn denn alle Teile zu mir kommen. :wink:
So habe ich z.B. eine für den Otello passende "Hayabusafrontverkleidung" angefertigt, die nun allerdings nicht mehr verbaut werden wird, da ich ja keinen Otello mehr habe.

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Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von Otello57 » 25.08.2008, 06:48

"Unser DiWo", einfach ein Fachmann durch und durch. Klasse und Danke Diwo.
Herzliche Grüße Heinz-Günter
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Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von rollerfan » 25.08.2008, 07:11

Hallo,

wenn man 'nur' einen kleinen Riß in der Verkleidung flicken will, ist die Schweißmethode etwas über dimensioniert, zumal man danach neu lackieren muß. Einen einfachen Riß würde ich von hinten mit einer Glasfasermatte und Kunstharz überbrücken, so wie es Düsentrieb bereits beschrieben hat. Wenn man das sauber macht ist auf der lackierten Seite fast nichts zu sehen. Kommt halt immer drauf an, wie groß der Schaden ist.

Gruß Peter
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Geld alleine macht nicht glücklich - es sei denn du kaufst dir einen tollen Roller davon :wink: .

Düsentrieb

Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von Düsentrieb » 25.08.2008, 10:20

Je nach dem was für eine Farbe die Lenkerverkleidung hat gibt es auch gute grbrauchte bei Ebay für 1 oder 2 Euro, teils sogar mit Blinker.

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Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von macdet » 04.09.2008, 20:53

Hatte damals das gleiche Problem bei meinem 80er MBK Evolis Roller (Umfaller vom Vorbesitzer). Lenkradverkleidung ausgebaut, den Riß von aussen mit Tape (Panzerband) vorübergehend zusammengeklebt, Zweikomponenten Kleber (Kunstharz) angemischt, eine kleine Matte aus einem Kunststoff- Kartoffelnetz (ja richtig gelesen, Pommeshülle!) drunter geklebt, ab in den Heizungsraum und gut isses. Hält bisher 40 Tkm und hat fast nix gekostet.
Man kann auch einen leicht formbaren Alustreifen, z.B. von einer Alu Grillpfanne (die auf den Holzkohlegrill kommen) anschnibbeln und draufkleben.
Gruß

MacDet


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Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von dam13n » 05.09.2008, 17:45

am besten mit dem lötkolben schweißen dann die innenseite mit 2k kleber 2mm dick anschmieren. auf der aussenseite wenn nötig gfk spachtel benutzen, feinspachteln oder füllern und lacken

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Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von reserandi » 20.09.2008, 16:35

Ich habe bei Rissen in Verkleidungsteilen schon sehr gute Erfahrungen mit Glasfaserspachtel gemacht. Nach der Reparatur dieser Teile ist an dieser Stelle nichts mehr gerissen.

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Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von Stadtlandroller » 24.06.2015, 21:14

So kanns passieren: Nicht alle Verbindungsclipse ausgebaut und eine seitliche Frontverkleidung dennoch abziehen wollen. Das gibt Bruch :oops: .
Im großen Elektronikkaufhaus C.nrad gibt es Polystyrolplatten in verschiedenen Stärken. Und ein flüssiger Plastikkleber z.B. von Re.ell wird gebraucht.

Bild

>ABS< wird als Material der Verkleidung angegeben. Ein Stückchen Polystyrol wird auf einer kleinen lackfrei geschabten Fläche probeweise aufgeklebt.
Der Kleber löst die beiden Oberflächen quasi an, die beiden Teile sind nach dem Abtrocknen wie verschweißt :shock: .

Bild

Bei der 1. Reparatur wird die abgebrochene Lasche mit einer passend gesägten, gefeilten und gebohrten möglichst großflächigen Verstärkung wieder an seinen Platz gebracht. Ein Verkleben eines abgebrochenen Teils nur an der Bruchkante ergibt keine Festigkeit. Eine Verstärkung/Unterfütterung mit möglichst großer Klebefläche auf der Nicht-Funktionsseite bringt Stabilität. Auf der Funktionsseite liegt die Verkleidung am Nachbarteil an, da darf ich nix aufkleben sonst stimmt der Montageabstand nicht mehr und die Verkleidung lässt sich nicht mehr passgenau montieren. Die Bohrung zur freien Innenseite am aufgeklebten Polystyrolteil habe ich gut angesenkt, damit nach der Montage der nach innen durchgesteckte und aufgeweitete Clip wieder einen guten Halt ergibt.

Bild

Bei der 2. Reparatur werden die ausgebröselten Kanten geglättet und ein Stück aus einer Platte eingepasst.
Der fehlende Bohrungsdurchmesser wird eingefeilt.

Bild

Nur ein Ankleben an der Kante hält nicht. Also kommt noch eine soweit möglich großflächige Unterfütterung mit Bohrung drunter, für eine gute Klebung. Alle Klebeflächen auf der Verkleidung müssen lackfrei geschmirgelt oder geschabt sein, sonst kann der Kleber seine Arbeit nicht tun. Fixieren zum Abtrocknen mit Haarklammern.

Bild

Polystyrol lässt sich sehr gut bearbeiten. Ist dünn mit der Schere schneidbar, dicker mit einem Messer einritzen und zum Trennen abknicken.
Leicht feil- und bohrbar.

Ende gut – alles gut 8) Andreas.

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Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von schraubergott » 24.06.2015, 21:53

Andreas :

TOP !!!

in Ausführung und Erklärung.
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Re: Verkleidung Kleben

Beitrag von rollerfan » 25.06.2015, 12:17

Stadtlandroller hat geschrieben: Im großen Elektronikkaufhaus C.nrad gibt es Polystyrolplatten...
Ist es wirklich Polystyrol? Polystyrol ist ein recht schlag- und bruchempfindliches Material. Ganz typisch wird es z.B. bei CD-Hüllen verwendet. Wenn die runter fällt ist schnell etwas abgebrochen.

ABS ist dagegen viel zäher und längst nicht so schlagempfindlich. Wenn nicht viel Belastung drauf ist hält Polystyrol sicher auch, trotzdem würde ich als Reparaturmaterial ABS bevorzugen. Die geschilderten Arbeiten bleiben ja gleich. Und ein kleines Stückchen ABS-Kunststoff findet man leicht in jeder Bastelecke, z.B. von einem alten Steckernetzteil, altes PC-Gehäuse, usw.

Gruß Peter
Gruß Peter

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